Ich wurde neulich gefragt, wie das eigentlich ist, drei Gemeinden gleichzeitig zu betreuen. Ich sage meistens sowas wie „bunt" und wechsle das Thema. Heute nicht.

In der ersten mache ich die Basics. Taufe, alle Beerdigung, Gottesdienste, nochmal Beerdigungen. Ich bin da oft allein. Kein Kirchenvorstand, der mir über die Schulter schaut, kein fester Küster, der schon weiß, wo der Ersatzwein steht, wenn der Abendmahlswein alle ist, keine Kontaktliste mit den wichtigen Namen. Es ist eine Art Pfarramt im Grundzustand, roh und unbegleitet, und ich merke, wie viel von dem, was ich sonst für „meine Arbeit" halte, eigentlich Infrastruktur war, die andere für mich gebaut haben. Hier baue ich sie selbst, jeden Sonntag neu, und stelle fest, dass ich das ziemlich gut kann. Das ist keine kleine Erkenntnis, auch wenn sie sich anhört wie eine Zeile aus einem Bewerbungsgespräch.

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