Frust kommt bei mir selten als großer Knall. Er sammelt sich. Eine Mail, die zum dritten Mal nicht beantwortet wird. Ein Gespräch, in dem jemand schon weiß, was er hören will, bevor ich den Mund aufmache. Eine Sitzung, in der über etwas entschieden wird, das niemand mehr ernsthaft glaubt. Lauter kleine Dinge, jedes für sich harmlos, alle zusammen ein dumpfes Gewicht im Brustkorb.

Früher dachte ich, Frust sei eine Art Versagen meinerseits. Eigentlich müsste ich gelassener sein, weiser, geduldiger. Ich bin Pastor, wenn jemand Gelassenheit professionalisiert haben sollte, dann ja wohl ich.

Dieser Beitrag ist nur für zahlende Abonnenten

Registriere dich jetzt und aktualisiere deinen Account, um diesen Beitrag und die vollständige Bibliothek für zahlende Abonnenten zu lesen.

Jetzt registrieren Hast du bereits einen Account? Login