Dürfen Christen Halloween feiern?

Verbieten will ich es niemandem, an einem Kürbis hängt nicht das Heil eines Menschen. Die bessere Frage ist aber: Sollten sie es? Und da bin ich überzeugt: Christen sollten Halloween nicht mitfeiern. Nicht aus Angst, sondern weil sie an diesem Abend etwas Besseres zu feiern haben.

Die Herkunft ist nicht das Problem

Oft wird gegen Halloween seine angeblich heidnische Herkunft ins Feld geführt. Das überzeugt mich nicht. Wie viel keltisches Samhain wirklich darin steckt, ist umstritten, und der Name „All Hallows' Eve“ ist sogar christlich. Paulus erlaubte den Korinthern, Fleisch vom Markt zu essen, auch wenn es vorher Götzen geopfert worden war.

Doch derselbe Paulus zieht im selben Kapitel eine scharfe Linie: Man kann nicht den Kelch des Herrn trinken und zugleich den Kelch der Dämonen. Fleisch kaufen ist egal, das Mitfeiern am Opfermahl nicht. Entscheidend ist also nicht, woher ein Fest kommt, sondern was es feiert. Und Halloween feiert das Gruseln: Tod, Gräber, Gespenster, Dunkelheit als Party.

Zweierlei Lachen

Christen haben den Teufel immer ausgelacht. Teufelsfratzen spucken als Wasserspeier Regenwasser von Kirchendächern, und Paulus beschreibt, wie Christus die Mächte öffentlich vorgeführt hat. Dieses Lachen kommt aber vom Ostermorgen her. Es ist das Lachen derer, die wissen, wer gesiegt hat.

Halloween lacht anders. Es macht die Dunkelheit gemütlich. C. S. Lewis hat beschrieben, wie Menschen gegenüber dem Teufel in zwei entgegengesetzte Fehler fallen: nicht an ihn glauben oder ungesund von ihm fasziniert sein. Halloween schafft beides auf einmal. Paulus dagegen ruft die Christen auf, als Kinder des Lichts zu leben. Wo es ins Okkulte geht, also zu Gläserrücken, Tarot oder Geisterbeschwörung, ist die Bibel ohnehin eindeutig.

Freiheit heißt nicht Mitmachen

Ist das nicht gesetzlich? Die lutherische Tradition kennt „Mitteldinge“, Dinge, die Gott weder gebietet noch verbietet. Doch schon Melanchthon musste lernen, dass ein Mitteldings aufhört, eines zu sein, wenn es zum Zeichen der Zugehörigkeit wird. Halloween ist heute ein solches Zeichen. Es zeigt, wie unsere Kultur mit dem Tod umgeht, und es hat einen Abend besetzt, der der Kirche gehört: den Vorabend von Allerheiligen.

Christliche Freiheit heißt nicht, überall mitzumachen. Sie heißt, sich frei für das Bessere zu entscheiden.

Nicht mitfeiern heißt nicht: Licht aus

Am 31. Oktober 1517 verschickte Luther seine Thesen, bewusst am Vorabend von Allerheiligen. Allerheiligen erinnert daran, dass die im Glauben Verstorbenen nicht verloren sind. Halloween lacht nervös über den Tod. Christen dagegen können mit Paulus spotten: Tod, wo ist dein Stachel?

Deshalb gilt für den 31. Oktober:

  1. Nichts Okkultes, auch nicht als Partyspiel.
  2. Keine Gruseldeko und keine Kostümparty. Den Kindern erklären: Wir feiern heute etwas anderes.
  3. Etwas Besseres feiern: den Reformationsgottesdienst, ein Lichterfest der Gemeinde und eine Kerze für die, die uns im Glauben vorausgegangen sind.
  4. Trotzdem die Tür öffnen, freundlich sein, gute Süßigkeiten verteilen und vielleicht eine Karte zum Reformationstag dazulegen.
  5. Kein Urteil über Christen, die es anders halten.

Christen dürfen ohne Angst auf Halloween schauen. Und gerade deshalb sollten sie es nicht feiern. Wer den Ostermorgen kennt, muss nicht mit der Nacht spielen. Denn der, der das letzte Wort über Tod und Teufel hat, trägt kein Kostüm. Er ist auferstanden.