Die Woche hat jeden irgendwo hingenommen.
Den einen in Meetings und Entscheidungen. Den anderen in Klassenräume und Pausenhöfe. Vielleicht gab es heute Streit. Vielleicht Einsamkeit. Vielleicht einfach zu viel von allem.
Und jetzt sind alle wieder am selben Tisch. Aus verschiedenen Welten, mit verschiedenen Geschichten, manchmal noch halb woanders im Kopf.
Der Freitagabend hat das Potenzial, mehr zu sein als der Beginn des Wochenendes. Er kann ein kleiner Neuanfang sein – ein Moment, wo die Woche wirklich endet und etwas anderes beginnt. Wo man nicht mehr funktionieren muss. Wo man einfach da sein darf.
Dafür braucht es nicht viel. Eine Kerze. Einen Moment. Worte, die sagen: Jetzt sind wir wieder wir.
Ablauf
Ein Elternteil oder wer auch immer den Abend eröffnen möchte, spricht die Rolle des Liturgen (L), die Familie antwortet gemeinsam (G). Das Ritual passt zum Abendessen – Kerze anzünden, kurz innehalten, bevor das Essen beginnt. Kinder können die Kerze anzünden. Es darf auch gelacht werden.
Die Liturgie
[ Ein Kind zündet die Kerze an ]
L: Die Woche ist vorbei. G: Endlich.
L: Jeder von uns war heute irgendwo. In seiner Welt, mit seinen Menschen, mit seinem Zeug. G: Und jetzt sind wir hier.
L: Wir fragen nicht, wie es war – das kommt noch. Erstmal nur: ankommen. G: Wir sind da.
[ Stille – einen Atemzug lang ]
L: Was diese Woche schwer war – das darf jetzt draußen bleiben. G: Wir lassen es los.
L: Was diese Woche gut war – das nehmen wir mit rein. G: Wir nehmen es mit.
[ Stille ]
L: Gott, danke für diese Menschen hier. Für diesen Tisch. Für das, dass wir uns haben – auch wenn wir uns manchmal auf die Nerven gehen.
G: Danke.
L: Das Wochenende gehört uns. G: Amen.
[ Essen beginnt ]

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