Abende mit Kindern sind seltsam.
Da ist dieser Moment – irgendwo zwischen dem letzten Streit ums Zähneputzen und dem ersten tiefen Atemzug im Bett – wo plötzlich alles weich wird. Die Anspannung fällt ab. Das Kind schaut dich an. Und du denkst: Ach. Da bist du ja.
Das ist kein kleiner Moment. Das ist eigentlich alles.
Denn was Kinder am Abend brauchen, ist nicht noch mehr Erklärungen oder Ermahnungen. Sie brauchen jemanden, der sagt: Der Tag ist vorbei. Du bist okay. Du bist geliebt. Und während du schläfst, hält jemand die Welt zusammen – und das bist nicht du.
Das darf ein Gebet sagen. Jeden Abend. Wieder und wieder.
Ablauf
Elternteil oder Bezugsperson spricht den größten Teil (L). Das Kind antwortet nur an zwei Stellen – mit einem Wort, einem Nicken oder einem Lächeln. So kann es auch müde oder ganz klein sein und trotzdem dabei sein. Optional kann eine Kerze angezündet und am Ende ausgeblasen werden.
Die Liturgie
[ Optional: Kerze anzünden ]
L: So. Der Tag ist um.
Das war viel heute, oder?
[ kurze Pause ]
L: Was Schönes ist passiert.
Was Blödes ist passiert.
Vielleicht warst du müde, oder frech, oder traurig –
das darf alles hier sein.
L: Gott hat das alles gesehen.
Den ganzen Tag. Dich. Und er hat dich lieb.
L: Was war heute das Beste?
[ G: Kind antwortet, oder zeigt es mit den Händen ]
L: Ja. Das war schön.
Danke dafür.
[ Stille – nur ein Moment ]
L: Und jetzt wird es Nacht.
Du musst nichts mehr.
Keine Hausaufgaben, kein Aufräumen, kein Brav-sein-müssen.
Einfach schlafen.
L: Gott passt auf.
Die ganze Nacht.
Versprochen.
L: Magst du Amen sagen?
G: Amen.
[ Das Kind pustet die Kerze aus ]
L: (leise:) Gute Nacht. Ich hab dich lieb.

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