Sie haben alles vorbereitet.

Vielleicht ein Zimmer. Vielleicht nur einen Namen, den sie sich im Stillen überlegt hatten. Vielleicht beides. Und jetzt kommen sie nach Hause – und das Kind ist nicht da. Die Stille in der Wohnung ist eine andere als sonst. Sie hat ein Gewicht.

Es gibt keine richtigen Worte für diesen Moment. Das muss auch gesagt werden. Liturgie bedeutet hier nicht, dass Sprache das heilen kann, was nicht heilbar ist. Sie bedeutet nur: Ihr seid nicht allein damit. Dieser Schmerz hat einen Ort. Dieses Kind hat einen Ort.

Dieses Gebet ist für zwei Menschen, die gemeinsam tragen, was kaum zu tragen ist. Es fragt nichts. Es erklärt nichts. Es hält nur aus.


Ablauf

Beide Elternteile sprechen gemeinsam (G), einer übernimmt die Rolle des Liturgen (L) – oder beide lesen abwechselnd. Es gibt keine feste Reihenfolge, wer was spricht. Das Gebet kann auch schweigend gelesen werden, wenn Sprechen gerade nicht geht. Eine Kerze anzuzünden und brennen zu lassen ist das einzige Ritual – kein Ausblasen diesmal.


Die Liturgie

[ Kerze anzünden ]

L: Wir sind zu Hause. Ohne dich.

[ Stille ]

L: Wir hatten so viel vor mit dir. G: Wir haben dich so sehr gewollt.

L: Wir wissen nicht, warum das so ist. Wir verstehen es nicht. Wir müssen es auch nicht verstehen.

[ Stille ]

L: Du warst wirklich. Du bist wirklich. Wir haben dich getragen – im Bauch, in unseren Gedanken, in unserer Liebe. Das zählt. G: Du zählst.

L: (wer mag, nennt den Namen – laut oder nur im Herzen)

[ Stille ]

L: Gott. Wir wissen nicht, was wir beten sollen. Das hier ist alles, was wir haben.

L: Halt dieses Kind. Halt uns. Lass uns weinen, solange wir müssen. Und vergiss uns nicht in dieser Nacht. G: Wir brauchen dich jetzt.

[ Stille – so lange wie nötig ]

L: Wir lassen die Kerze brennen. Für dich. G: Damit du weißt, dass wir an dich denken.